Thomas Schmid

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Rennbericht Autocross-SM Maggiora (19. - 21. April 2025)

Verkürztes Rennwochende in Italien

Neue Saison – Neue Herausforderung. Anfangs Jahr kam ich in Kontakt mit dem Importeur und Rennteam JvdC Switzerland, der die Performance seines brandneuen Crosskart des niederländischen Hersteller JvdC unter Rennbedingungen bestmöglich unter Beweis stellen wollte. Diese Möglichkeit hat mich überzeugt und motiviert gleich in zwei Kategorien der Autocross-Schweizermeisterschaft an den Start zu gehen. Neben meinem eigenen Daihatsu Charade in der Kategorie Tourenwagen sollte ich das Mietkart von JvdC Switzerland beim ersten Lauf der Autocross Schweizermeisterschaft im italienischen Maggiora pilotieren. Die Herausforderung sich mehrmals innert kürzester Zeit auf einen komplett anderen Rennwagen anzupassen fasziniert mich.

Ein Test im Vorfeld in Maggiora hat mir ein gutes Gefühl im Crosskart gegeben. Dieses Gefühl bestätigte sich in der ersten Qualifikation am Samstagnachmittag. Auf der noch nassen und weichen Piste konnte ich die zweitbeste Zeit der 28 Teilnehmer fahren. Da die Strecke rasch abtrocknete war klar, dass die zweite Qualifikation über den Startplatz für den ersten Rennlauf entscheiden wird. Dort hatte ich leider mit Untersteuern zu kämpfen und schaffte keine saubere Runde. Somit fiel ich auf den 7. Rang zurück.

Besser lief es bei den Tourenwagen wo ich mit meinem Daihatsu trotz hubraumstärkerer Konkurrenz (Klassenzusammenlegung in Maggiora) die zweitbeste Zeit fahren konnte.

Am Sonntag waren ursprünglich jeweils zwei Rennläufe angedacht. Da es über Nacht regnete und die Strecke sehr aufgeweicht war, wurde der Rennstart auf den Nachmittag verschoben. Kaum wollte der Rennbetrieb aufgenommen werden, begann es wie aus Kübeln zu schütten und der extrem starke Regen hielt lange Zeit an. Die Strecke verwandelte sich kurzerhand in einen See und an Autorennen war nicht zu denken.

Alle Rennläufe mussten in einem eng getakteten Zeitplan am Ostermontag stattfinden.

Endlich ging es los. Mit kleinen Setupanpassungen am Crosskart rollte ich als 3. meiner Gruppe (das Starterfeld wurde in jeweils drei Gruppen aufgeteilt) an den Start. Mit einem guten Start konnte ich in der ersten Kurve die Führung übernehmen. Im Infield hatte ich jedoch weiterhin mit Untersteuern zu kämpfen und konnte aufgrund fehlender Handbremse das Kart auch nicht notgedrungen um die Kurve schmeissen. Mit einem weiten Bogen durch den Schlamm verlor ich gleich wieder zwei Plätze. Den Zweitplatzierten konnte ich aber anschliessend unter Druck setzen und bei Rennhälfte auch überholen. Doch im Infield wieder das gleiche Problem… Wieder kam ich kaum um die Kurve und musste den Platz gleich wieder hergeben. Schade, diesen Rennlauf hätte ich gewinnen können, denn die Pace war sonst sehr gut.

Beim zweiten Rennlauf blieb ich nach dem Start auf dem dritten Rang. Dank angepassten Setup hatte ich keine Probleme mehr im Infield, jedoch war die Pace auf der mittlerweile trockenen Strecke nicht mehr schnell genug um den Führenden zu folgen. Aufgrund eines Fehlers des Zweitplatzierten konnte ich dennoch als Zweiter über die Ziellinie fahren und wichtige Punkte mitnehmen.

Der erste Rennlauf bei den Tourenwagen verlief ohne Probleme. Am Start konnte ich zwar meine Führung nicht halten, diese aber bereits eine halbe Runde später zurückerobern und souverän ins Ziel bringen.

Beim zweiten Rennlauf war es aufgrund der trockenen Bedingungen deutlich schwieriger. Jedes Jahr hadere ich mit der langen Start-/Zielgeraden wo ich mit meinem Hubraumschwächeren Daihatsu viel Zeit verliere. Zwar konnte ich dank einem perfekten Start die Führung knapp verteidigen, musste aber anschliessend alle meine Verteidigungskünste ausspielen um mich gegen einen Audi A3 mit doppelt(!) so viel Leistung behaupten zu können. Immer wieder überholte er mich auf der Geraden, konnte mich aber jeweils in der ersten Kurve auf der letzten Rille wieder vorbeibremsen. Aufgrund meiner Verteidigungslinie konnte ich die Kurven nicht mit gewohnt viel Schwung fahren und mich nicht genügend absetzen. Bei Rennhälfte musste ich die Führung abgeben, konnte aber trotzdem direkt an seiner Stossstange folgen und auch kleine Fehler erzwingen. In der letzten Runde versuchte ich nochmals alles. Ohne Sicht auf den Scheitelpunkt berührte ich die innere Streckenbegrenzung welche mich seitlich auf zwei Räder katapultierte. Ganz knapp konnte ich einen Überschlag verhindern, verlor aber dadurch zwei weitere Ränge. Da ich in Maggiora bereits 4x als Zweiter den Tagessieg knapp verpasst habe, wusste ich dass ich möglichst jeden Lauf gewinnen muss um einen Chance auf den Sieg zu haben. Das Risiko hatte sich leider nicht ausbezahlt. Wenigstens gab es für mich nach der Zieldurchfahrt einen frenetischen Applaus der Zuschauer, welche das Duell “David gegen Goliath“ sichtlich genossen.

Kurz nach dem zweiten Rennlauf kam die Meldung der Rennleitung dass die Veranstaltung abgebrochen wurde. Italien hatte aufgrund des Todes des Papsts am Vormittag sämtliche Sportveranstaltungen im ganzen Land gestoppt.

Keine Möglichkeiten mehr auf Wiedergutmachung. Die Tageswertung wurde anhand der zwei gefahrenen Rennläufen erstellt. Dies resultierte in einen 6. Rang bei den Crosskarts und einen 7. Rang bei den Tourenwagen. Platzierungen die nicht die Leistung des Wochenendes widerspiegeln.

Für die Schweizermeisterschaft ist jedoch noch nichts verloren. Bei den Tourenwagen liege ich nur 3 Punkte hinter dem Führenden, bei den Crosskarts sind es 27 Punkte. Und da wir mit dem Crosskart bereits einige Ideen haben, wie wir es noch schneller machen können, schaue ich zuversichtlich zum zweiten SM-Rennen in Bure.