Das zweite Rennwochenende zur Autocross-Schweizermeisterschaft fand auf dem Militärgelände in Bure statt. Auf dieser Strecke konnte ich in der Vergangenheit schon oft eine gute Pace zeigen, weshalb ich zuversichtlich ins Jura reiste. Wiederum ging ich in zwei komplett verschiedenen Kategorien an den Start wo ich meine Chancen auf die jeweiligen Schweizermeistertitel aufrechterhalten wollte. Ein einfaches Unterfangen durfte ich nicht erwarten, denn in beiden Kategorien standen starke Fahrer und ein grosses Feld von je über 15 Teilnehmer am Start.
Mit meinem Daihatsu stand das Qualifying am Samstagmorgen zuerst auf dem Programm. Wie üblich stellte ich mich in der ersten Gruppe auf, da die Streckenbedingungen im Normallfall zu Beginn meist am besten sind. Da es am Morgen schon sehr warm war und die Strecke schnell abtrocknete, wurde die Strecke direkt vor meiner Fahrt gewässert um die Staubbildung zu minimieren. Zwar fuhr ich vorerst die Bestzeit, doch da die Strecke für die nachfolgenden Gruppen abtrocknete und schneller wurde, fiel ich auf den 3. Rang zurück. Etwas ärgerlich da für das Qualifying ebenfalls Punkte für die Schweizermeisterschaft vergeben werden.
Kurze Zeit später fand der Wechsel zum Crosskart statt. Mein Rennteam JvdC Switzerland hatte in den vergangenen Monaten die Fahrzeugabstimmung am Crosskart optimiert und ich ging gespannt ins Qualifying. Das Kart fühlte sich super an und ich konnte mit vollem Vertrauen angreifen. Die Runde passt gut, so gut dass es für die Pole-Position reichte!
Beim 1. Rennlauf am Samstagnachmittag konnte ich bei den Tourenwagen am Start meine Position halten und kurz darauf den Zweitplatzierten überholen. Der Abstand zum Führenden war zu diesem Zeitpunkt jedoch bereits gross und ich konnte die Lücke nicht mehr genügend zufahren. So überquerte ich die Zielline als Zweiter.
Bei den Crosskarts konnte ich einen super Start hinlegen, leider musste das Rennen aufgrund eines Fehlstarts neu gestartet werden. Beim Neustart gelang mir der Start nicht gleich gut und ich verlor bis zur ersten Kurve meine Pole-Position. In der folgenden Spitzkehre würgte ich gar den Motor ab. Wieder in Fahrt konnte ich irgendwie den dritten Rang behaupten und wenige Kurven später den zweiten Platz zurückerobern. Schnell konnte ich die Lücke zum Führenden schliessen und diesen unter Druck setzten. Leider überhitzten meine Hinterradbremsen stark und zur Folge fiel mir bei Rennmitte gar das Bremspedal bis zum Bodenblech durch. Statt Angriff nach vorne musste ich nun schauen dass ich es irgendwie noch ins Ziel schaffe. Verlangsamen konnte ich das Kart nur noch minimal durch Ausrollen oder Runterschalten. Ein sehr unschönes Gefühl vor jeder Kurve… Trotzdem schaffte ich es überraschenderweise meine Position zu verteidigen und einen zweiten Rang und wichtige Punkte nach Hause zu fahren.
Am Sonntagmorgen zum zweiten Rennlauf wollte ich es besser machen. Mit dem Daihatsu verlor ich jedoch durch einen schlechten Start eine Position und kam bis ins Ziel nicht über einen dritten Rang aus. Überholen ist wirklich nicht einfach auf dieser Strecke.
Beim Crosskart konnten die Bremsprobleme über Nacht beseitigt werden. Nach dem Rennstart blieb ich erst auf dem zweiten Rang, konnte aber den Führenden direkt unter Druck setzen und ihn auf der gewässerten Strecke in einen Fehler zwingen. Kurz vor dem Ende der ersten Runde schlüpfte ich vorbei und gab die Führung nicht mehr ab.
Da für die Schweizermeisterschaft eine klassenübergreifende Wertung angewendet wird, wusste ich, dass ich bei den Tourenwagen zu meinen ärgsten Konkurrenten aus anderen Hubraumkategorien bereits einige Punkte liegen gelassen habe. Umso Fokussierter ging ich ins Finalrennen. Der Start passte gut und ich konnte in der ersten Spitzkehre den Zweitplatzierten überholen. Gleich machte ich Druck auf den Führenden. Es war der gleiche Fahrer den ich am Vormittag schon direkt vor mir hatte und das ganze Rennen nicht überholen konnte. Also musste ich möglichst rasch ein Überraschungsmanöver vollziehen, um eine Chance auf den Sieg zu haben. In der zweiten Runde liess er innen vor der Spitzkehre eine knappe Fahrzeugbreite offen. Ich stach entschlossen und mit viel Handbremseinsatz in die Lücke und konnte mich neben ihn setzen. Die Kurve und Führung gehörte mir! Im Anschluss konnte ich schnell eine Lücke rausfahren und den Sieg in der Klasse 1 mit nach Hause nehmen!
Nun wollte ich natürlich den Doppelsieg. Bei den Crosskarts erwischte ich von der Pole-Position aus einen super Start und konnte meine Position behaupten. Im Anschluss kontrollierte ich das Rennen und ging keine Risiken mehr ein. Das war es, Doppelsieg in Bure! Wirklich toll dass das geklappt hat, nachdem es zu Beginn noch nicht perfekt ausgeschaut hatte.
In der Schweizermeisterschaft liege ich nun sowohl bei den Tourenwagen als auch bei den Crosskarts auf dem 3. Rang. Dies jedoch nur mit 14 bzw. 6 Punkten Rückstand auf die Tabellenführer. Bei jeweils noch 80 zu vergebenen Punkten beim SM-Finale im französischen Mancenans ist noch alles offen.






